Pari-Notizen

Dienstag, 16. April 2013
Achtsamkeit und Würde für Alternde

Doppeljubiläum im Mönchseehaus – Tagesstätte für Menschen mit Demenz zählt zu den Vorreitern - Bericht der Heilbronner Stimme am 15. April 2013

Heilbronner Stimme, 15.04.2013 – Artikel zum Doppeljubiläum © Veröffentlichung mit freundicher Genehmigung der Heilbronner Stimme.
Heilbronner Stimme, 15.04.2013 – Artikel zum Doppeljubiläum "30 Jahre Mönchseehaus, 25 Jahre Aktion Altern in Würde".  (© Veröffentlichung mit freundicher Genehmigung der Heilbronner Stimme.)
Von unserem Redakteur Manfred Stockburger
HEILBRONN Altersverwirrt? Abgeschoben aufs Altenteil? Alzheimerkrank? „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, steht im Grundgesetz. Das gilt auch für Menschen mit Demenz. Seit 30 Jahren leistet das Heilbronner Mönchseehaus der Paritätischen Pflege- und Sozialdienste auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Seit 25 Jahren unterstützt der als Förderkreis gegründete Verein „Aktion Altern in Würde“ die Arbeit: Pflegende Angehörige können psychisch ranke oder demente ältere Menschen im Mönchseehaus tagsüber unterbringen, wo sie individuell betreut und versorgt werden – etwa mit Gedächtnistraining, Gymnastik, Musik, aber auch medizinisch. Am Samstag feierten die Mönchseehaus-Macher ihr Doppeljubiläum mit Unterstützern.

Geschichte„Tagespflege gab es damals nur für Kinder“, erinnerte Angelika Czubatinski, die Geschäftsführerin der Paritätischen Pflege und Sozialdienste, an die Zeit vor der Gründung des Mönchseehauses Ende 1982. Sozialarbeiterin Josephine Baumm, die Witwe des 1955 tödlich verunglückten NSU-Testfahrers Gustav Baumm, trat damals an, dies zu ändern. Ihr Credo, einen Satz des früheren Bischofs Helmut Class, zitierte Ulrich Greiner, ein Mitarbeiter der ersten Stunde: „Wir haben uns angewöhnt, die Menschen nach ihrer Leistung zu bemessen. Es wäre angemessen, sie nach dem Maß ihres Leidens zu achten. “Das Vermächtnis der vor 2003 verstorbenen Gründerin halten beim Festakt alle Beteiligten hoch. „Eng verknüpft mit dem Namen Baumm hat sich das Haus schnell als Vorzeigeeinrichtung etabliert“, sagte etwa Bürgermeister Harry Mergel. Fritz Reimer, der Mitinitiator und frühere medizinische Direktor des Klinikums am Weissenhof, ist „entzückt, dass der Betrieb so gut läuft“. Zunächst war das Mönchseehaus in einer Wohnung in der Mönchseestraße untergebracht – daher der Name. Den nahm die bestens etablierte Tagesstätte 2006 beim Umzug in die Cäcilienstraße mit. Dort gibt es in der Cluss-Villa nicht nur mehr Platz für die Gäste, sondern auch eine würdige Umgebung.

Nachfrage
Durchschnittlich 120 Personen werden in der Woche in den 38 Tagespflegeplätzen betreut, sagte Annette Klein, die Leiterin der Tagespflege. Um die Gäste abzuholen, fahren die Mönchseehaus-Fahrzeuge pro Woche 2400 Kilometer. Die Nachfrage ist groß: „Uns mangelt es nicht an Gästen“, freut sich Klein. Auch an Sonn- und Feiertagen ist das Mönchseehaus geöffnet – dann übernimmt der Förderverein die Betreuung. Ganz im Geist der Einrichtung wird zusammen gekocht – ein richtiges Sonntagsessen, wie Patricia Brandl-Schuch erzählte. „Da geht es relativ entspannt zu, gemütlich und familiär.“

Veranstaltungshinweis
Um das Spannungsfeld zwischen „Demenz und Inklusion“ geht es am Freitag, 19. April, 14.30 Uhr im Arkus, Happelstraße. Es spricht Peter Wißmann aus Stuttgart.

Dieser Artikel erschien am 15.04.2013 in der Heilbronner Stimme. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der HSt. 
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